„Angesichts der Wasserqualität steht einem Sprung in einen kühlen Badesee nichts im Weg. Fast allen 68 EU-Badeseen in Rheinland-Pfalz bescheinigt die EU eine „ausgezeichnete“ Wasserqualität. In diesem Jahr sind außerdem mit dem Pfarrwiesensee und dem Wammsee zwei neue Badeseen aus der Pfalz hinzugekommen“, sagt Christine Schneider, Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, anlässlich des Beginns der Badesaison. Auf Grundlage von Werten der vergangenen vier Jahre sind 59 Badeseen mit „Ausgezeichnet“ und fünf Seen mit „Gut“ bewertet worden. Nur ein EU-Badesee (Steinhäuserwühlsee) wurde als „ausreichend“ eingestuft.
„Aktuelle Untersuchungsergebnisse und Hinweise zu den Badeseen werden zudem stets online aktuell gehalten. So kann man sich vor dem Badevergnügen über den Gewässerzustand informieren und etwa gesundheitliche Risiken vermeiden“, sagt Schneider mit Verweis auf den rheinland-pfälzischen „Badegewässeratlas“ (www.badeseen.rlp.de <http://www.badeseen.rlp.de> ). Hier werden die aktuellen Untersuchungsergebnisse durch das Landesamt für Umwelt (LfU) veröffentlicht. Vor und während der Badesaison kontrollieren die Gesundheitsämter die Keimbelastungen, während das LfU die Badegewässer unter anderem auf potenziell toxinbildende Cyanobakterien überprüft, die sogenannten Blaualgen.
Dr. Dirk Grünhoff, Präsident des LfU, erläutert: „Durch die regelmäßigen Kontrollen des Landesamtes für Umwelt können bei einer Massenvermehrung von Blaualgen potenzielle Gesundheitsrisiken für Badende frühzeitig erkannt werden. Die erhobenen Messwerte werden im Online-Badegewässeratlas veröffentlicht; zugleich informiert das Landesamt die zuständigen Behörden, die bei Bedarf entsprechende Einschränkungen veranlassen.“ Bei einer Massenentwicklung nimmt die Sichttiefe deutlich ab und das Wasser verfärbt sich grünlich. Auffällig gefärbte Bereiche mit grünen Schlieren sollten von den Badegästen gemieden und Hinweise beachtet werden. Da die Massenentwicklung von Blaualgen wetterbedingten Schwankungen unterworfen ist, kann sich die Situation nach kurzer Zeit auch wieder ändern.“
Aktuell sind drei Badeseen von Massenentwicklungen betroffen:
Im Stadtweiher Baumholder, im Bärenlochweiher und im Badeweiher Neuhofen. Bei allen drei Badeseen sind die Grenzwerte der ersten Warnstufe überschritten. Die betroffenen Badeseen werden aufgrund der überschrittenen Grenzwerte engmaschig vom LfU überwacht.
Baden nur an ausgewiesenen Badestellen
Die Hinweise der vor Ort jeweilig zuständigen Kreisverwaltungen sowie die Hygienekonzepte der Betreiber der jeweiligen Badegewässer sind zu befolgen, denn Badegewässer sind auch wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Deshalb sollten Abfallreste ordnungsgemäß entsorgt werden. Auch sollten weder Fische noch Wasservögel gefüttert werden. Schwimmen ist nur an den ausgewiesenen Badestellen zugelassen.
Flusswasser ist aus hygienischen Gründen grundsätzlich als gesundheitlich bedenklich anzusehen, daher ist in Rheinland-Pfalz kein Fluss oder größerer Bach als Badegewässer ausgewiesen. Wegen der nicht auszuschließenden Infektionsgefahr und den Gefahren durch Schiffsverkehr sowie der zum Teil starken Strömung auf den großen Flüssen rät die Landesregierung generell vom Baden in Fließgewässern ab.
Hintergrund:
Zu den offiziellen Badeseen in Rheinland-Pfalz zählen zahlreiche kleinere Stehgewässer, aber auch der 331 Hektar große Laacher See. Weiträumige Naherholungsgebiete mit mehreren Baggerseen befinden sich entlang des Rheins. Die EU-Badegewässer werden in vier Kategorien (ausgezeichnet, gut, ausreichend, mangelhaft) eingestuft. Vor und während der Badesaison werden die EU-Badegewässer jedes Jahr von den Gesundheitsämtern der Kreisverwaltungen und dem LfU untersucht. Die Überwachung der Gewässer erfolgt durch Besichtigungen, Probenahmen und Analysen der Proben. In Ausnahmesituationen und bei unerwartet hohen Einzelwerten der mikrobiologischen Parameter werden Maßnahmen, wie zum Beispiel ein befristetes Badeverbot, erlassen. Zusätzlich zu den Keimbelastungen kontrolliert das LfU die Badegewässer auf Algenblüten. Insbesondere Cyanobakterien (Blaualgen) stehen hierbei im Fokus, da sie beispielsweise Hautreizungen oder Durchfall auslösen können. Gewässer mit einem großen Potenzial für das Auftreten von Blaualgenblüten werden regelmäßig vom LfU untersucht, um Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Entsprechende Informationen und Warnhinweise vor Ort sind unbedingt zu beachten.
(Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten)
